Kirchenbeitrag

Dass Gott gratis ist, der Glaube ein Geschenk, die Kirche ein Ort der Verkündigung und der Solidarität, dies wird weitreichend anerkannt – und ist zugleich von unbezahlbarem Wert. Dass dabei Kosten anfallen, wird manchmal übersehen. Orte der Bildung müssen beheizt werden, fachliche Begleitung braucht Arbeitsmaterialien, Gebäude brauchen Pflege. 

Wir danken allen Beitragszahlenden aufrichtig! Sie machen möglich, was unsere Kirche ausmacht und am Leben erhält. Viele Menschen sind Teil unserer Gemeinschaft, da sie überzeugt sind: was sie bezahlen kommt mehrfach und in vielfältiger Form zurück und bewahrt christliche Werte.

Leider kommt es immer wieder zu Ungereimtheiten und Diskussionen im Zusammenhang mit dem Kirchenbeitrag.

In den meisten Fällen wird die Beitragsgrundlage (das lohnsteuerpflichtige Jahreseinkommen – nicht das Nettoeinkommen) geschätzt, weil das Einkommen nicht nachgewiesen wird. Dies erfolgt zentral über das Kirchenamt. Die Kirche hat keinen Zugriff auf die Daten jedes Einzelnen, wie oft behauptet wird. Sehr oft werden Änderungen in Bezug auf Arbeitsstelle, Familienstand, Kinder, außergewöhnliche Belastungen usw. im System nicht vorgenommen, weil sie nicht bekannt sind und daher auch nicht berücksichtigt werden können. Sie helfen, indem Sie dies der Pfarrgemeinde mitteilen.

Durch die automatische steuerliche Geltendmachung des Kirchenbeitrages bei der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) bis zu einer Höhe von € 400,00 pro Jahr erhalten Beitragszahlende bis zu 42 Prozent des Kirchenbeitrags automatisch wieder zurück.

Der Kirchenbeitrag kann nur dann gerecht sein, im Sinne, jeder zahlt nach seinen Möglichkeiten (ähnlich der Einkommensteuer, wo höhere Einkommen auch stärker besteuert werden als geringe), wenn das Einkommen bekannt ist. Daher unterliegen nachgewiesene Einkommen auch einer geringeren jährlichen Erhöhung als geschätzte. Diese prozentuelle Erhöhung (Anpassung an die Inflationsrate) muss zwar von der Gemeindevertretung beschlossen werden, wird aber vom Kirchenamt (Finanzausschuss) vorgegeben. Der vorgeschlagene Prozentsatz kann meist nicht abgelehnt werden, weil die Pfarrgemeinde einen bestimmten Durchschnittsbeitrag erzielen muss. Dieser Durchschnittsbeitrag ist auch Grundlage dafür, wie viel die Gemeinde wieder zurückbekommt. Der Kirchenbeitrag geht erst einmal zur Gänze an die Evangelische Kirche Österreich und die Gemeinde bekommt etwa 1/3 des Gesamtaufkommens zugewiesen, unter der Voraussetzung, dass der Durchschnittsbeitrag erreicht wird Die Gemeinde behält sich die Gemeindeumlage, derzeit 13 %, diese wird zur Gänze für die Aufgaben der Pfarrgemeinde Neuhaus/Klb. verwendet.

Unsere Aufgaben im Zusammenhang mit dem Kirchenbeitrag in der Pfarrgemeinde sind im Wesentlichen

  • Zahlungseingänge verbuchen und an das Kirchenamt weiterleiten
  • Vornahme von Änderungen, wenn sie von Beitragszahlern mitgeteilt werden
  • Durchführung von Mahnungen, bei Zahlungsrückständen
  • Gespräche mit Beitragszahlern

Normalerweise gibt es jeden 1. Samstag im Monat von 10:00 – 11:00 Uhr eine Kirchenbeitragssprechstunde in der Pfarrkanzlei in Neuhaus/Klb.

Sie können uns aber selbstverständlich auch per Mail erreichen (evang.neuhaus@aon.at)

Birgit Knaus-Siegel

Antworten zum Kirchenbeitrag / FAQ

Warum darf die Evangelische Kirche in Österreich Kirchenbeitrag einheben?

Aufgrund des Bundesgesetzes 182 vom 6. Juli 1961, dem sogenannten Protestantengesetz, darf die Evangelische Kirche in Österreich zur Deckung ihres finanziellen Aufwandes von ihren Mitgliedern Beiträge einheben. Die Pfarrgemeinden dürfen ihrerseits zur Deckung ihres finanziellen Aufwandes im Rahmen der Kirchenbeitragseinhebung Zuschläge (die sogenannte Gemeindeumlage) einheben. 

Die Regelung über die Kirchenbeitragseinhebung und die Verwendung der Kirchenbeiträge erfolgt im Rahmen der kirchlichen Gesetzgebung (Kirchenbeitrags- und Finanzausgleichsordnung).

Was geschieht mit dem Kirchenbeitrag?

Nicht zuletzt mit diesem Beitrag möchten wir durch die Darstellung vieler Themen darüber konkreten Aufschluss geben. Die Evangelische Kirche finanziert mit den Kirchenbeiträgen österreichweit:

  • Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie jene der weltlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Ausbildungsstätten und Bildungseinrichtungen für die Aus- und Weiterbildung kirchlicher MitarbeiterInnen
  • Erwachsenenbildungseinrichtungen wie beispielsweise die Evangelischen Akademien
  • Die Öffentlichkeitsarbeit
  • Die Frauen- und Jugendarbeit
  • Die Unterstützung für den Religionsunterricht
  • Die Initiativen rund um die Ökumene
  • Die Weltmission sowie Entwicklungszusammenarbeit
  • Die Hochschulseelsorge
  • Das Amt für Evangelisation und Gemeindeaufbau
  • Zahlreiche Initiativen von Gemeinden und Diözesen

Die Superintendenz finanziert mit dem Kirchenbeitrag:

  • Gehälter der MitarbeiterInnen der Superintendenz
  • Diakonische Projekte der Superintendenz
  • Beiträge zur Ausbildung Ehrenamtlicher
  • Erwachsenenbildungseinrichtungen
  • Die regionale Öffentlichkeitsarbeit
  • Auch hier: die Frauen- und Jugendarbeit
  • Gibt ebenso Unterstützung für den Religionsunterricht
  • Und nicht zuletzt: Die Pflege und Erhaltung von Gebäuden

Ihre Pfarrgemeinde finanziert mit dem Kirchenbeitrag:

  • Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrgemeinde
  • Diakonische Projekte innerhalb der Pfarrgemeinde
  • Pflege und Erhaltung von Gebäuden (Kirche, Gemeindezentrum)
  • Die gesamte Gemeindearbeit (Familien, Jugend, Kinder, Frauen u.v.m.)
  • Beiträge zur Ausbildung Ehrenamtlicher
  • Und ebenso auf Gemeindeebene: Unterstützung für den Religionsunterricht
  • Sachaufwände ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Wer hat die Verpflichtung, Kirchenbeitrag zu leisten, wer ist kirchenbeitragspflichtig?

Kirchenbeitragspflichtig ist jede(r) evangelische Christ/in mit Wohnsitz oder Hauptwohnsitz in Österreich ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit ab jenem Jahr in dem sie/er das 20. Lebensjahr vollendet.

Wer ist von der Verpflichtung Kirchenbeitrag zu leisten ausgenommen?

Nicht kirchenbeitragspflichtig sind Jugendliche in Schulausbildung, Lehrlinge, Studierende sowie Präsenzdienende und Zivildienstleistende. Wenn in einer Ehe beide Ehepartner der evangelischen Kirche angehören, ist jene Person nicht kirchenbeitragspflichtig, die ausschließlich im Haushalt tätig ist.

Wie wird der Kirchenbeitrag berechnet?

Als Berechnungs-/Kirchenbeitragsgrundlage dient der Einkommensnachweis in Form der Einreichung des Lohn- oder Gehaltszettels oder die Einkommenssteuererklärung. Detaillierte Auskünfte zur Errechnung der Bemessungsgrundlag für Ihren Kirchenbeitrag erhalten Sie bei Ihrer Beitragsstelle vor Ort.