15.04.2020 – Gottes JA zu uns / Dietrich Bonhoeffer

Die Auferstehung Jesu Christi ist Gottes Ja zu uns. Christus starb um unserer Sünde willen, er wurde auferweckt um unserer Gerechtigkeit willen (Römer 4, 25: „Jesus ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.“). Christi Tod war das Todesurteil über uns und unsere Sünden. Wäre Christus im Tode geblieben, so wäre dieses Todesurteil noch in Kraft; wir wären noch in unseren Sünden (1. Korinther 15, 17). Weil aber Christus auferweckt ist vom Tode, darum ist das Urteil über uns aufgehoben und wir sind mit Christus auferstanden (1 .Korinther 15, 20-23). Das ist so, weil wir ja kraft der Annahme unserer menschlichen Natur in der Fleischwerdung in Jesus Christus sind; was ihm widerfährt, widerfährt uns; denn wir sind von ihm angenommen. Das ist kein Erfahrungsurteil, sondern ein Urteil Gottes, das im Glauben an Gottes Wort anerkannt werden will.

Die Auferstehung Jesu Christi fordert den Glauben. Es ist das einmütige Zeugnis aller Berichte, so uneinheitlich sie sonst das hier Geschehene und Erlebte wiedergeben, dass der Auferstandene sich nicht der Welt, sondern nur den Seinen zeigt (Apostelgeschichte 10, 40 f). Jesus stellt sich nicht einer unparteiischen Instanz, um sich vor der Welt das Wunder seiner Auferstehung beglaubigen zu lassen und sie damit zur Anerkennung zu zwingen.
Er will geglaubt, gepredigt und wieder geglaubt sein.

Dietrich Bonhoeffer, Betrachtung zu Ostern: Auferstehung. Stettin, März 1940

Quelle:
DBW Band 16, Seite 472, 473