23.09.2020 – Holzbringung

Karli Zieger (li.), Werner Halb (re.) und Erwin Schwarzl (im Vordergrund) zeichnen verantwortlich für die Holzbringung

Ganze 5 Kubikmeter Holz holten Werner Halb, Erwin Schwarzl und Karl Zieger aus dem Neuhauser Urbarialwald. Karli Zieger war mit seinem Traktor zur Stelle und erklärte sich zudem bereit, das Holz ofenfertig zu machen und Herrn Boskovits vor die Haustür zu liefern – jetzt kann der Winter kommen, die Öfen in der Organistenwohnung haben entsprechend „Futter“. Dank an die drei Gemeindevertreter für ihren Zeit- und Materialeinsatz!

20.09.2020 – Tauferinnerungsgottesdienst

Erstmals wurde heuer ein Tauferinnerungsgottesdienst gefeiert, zu dem alle in der Evangelischen Kirche Neuhaus getauften Kinder (bis zum Alter von 10 Jahren) mit ihren Familien eingeladen waren. Trotz der recht strengen Covid-19-Maßnahmen war die Kirche gut gefüllt und der Gottesdienst war ein schönes Fest zur Erinnerung an die Taufe der Kinder.

Hier einige Bilder dazu:

09.08.2020 – Gottesdienst mit Senior Mag. Carsten Marx

Die, die da waren, waren vollauf begeistert – deshalb haben wir uns dazu entschlossen, Pfarrer Carsten Marx zu bitten, uns seine Predigt, die er am 09.08.2020, dem 9. Sonntag nach Trinitatis, in seinem Gastgottesdienst in der Evangelischen Kirche von Neuhaus gehalten hat, für die Veröffentlichung hier an dieser Stelle zu überlassen – lesen Sie selbst:

Predigt: Markus 6, 30 – 44

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen. Amen.

Wir hören als Text für die heutige Predigt einen Abschnitt aus dem Markusevangelium, Kapitel 6, die Verse 30 – 44:

Die Speisung der Fünftausend

30 Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.

31 Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen.

32 Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.

33 Und man sah sie wegfahren, und viele hörten es und liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor.

34 Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt an.

Herr, segne an uns Dein Wort, Amen

ORGEL: Langer Halteton (1 Minute)

Liebe Schwestern und Brüder!

Keine Sorge – die Orgel ist nicht defekt!

Vor Tagen kam es mir wieder in den Sinn: „Leben Sie schneller, dann sind Sie eher fertig.“ Ich zitiere Manfred MÄTZKE und ich hörte diesen Satz bei einem Vortrag zum Thema „Entschleunigung“ vor vielen Jahren auf einem Zeitmanagement-Seminar in der wunderschönen Stadt Bonn am Rhein.

„Leben Sie schneller, dann sind Sie eher fertig!“ Oft habe ich in den letzten Monaten und Wochen an dieses Zeitmanagement-Seminar gedacht. Hattet ihr ähnliche Gedanken im Umgang mit der Zeit? Hattet ihr nicht auch neben eurem Corona-Alltag als Berufstätige/Pensionistin/Schülerin etc… ,  genug zu tun, vor allem mit den Besonderheiten der letzten Wochen und Monate zurecht zu kommen? Ja, und dann nahm ich mir vor: Jetzt wo ich doch so viel zu Hause war, im Home-Office, da kann ich doch so viel abarbeiten, zusammenräumen, entsorgen etc… – Einen Aktenkasten habe ich immerhin ordnen können und fünf volle Ladungen im Kofferraum meines Sharans  – gefüllt mit Kartonagen und Papier – habe ich entsorgt. Das tat einfach gut.

„Leben Sie schneller, dann sind Sie eher fertig!“  Ein doppeldeutiger und ein ironischer Satz. Er könnte die heimliche Parole all derer sein, die meinen, ein schnelleres Leben sei auch ein besseres und ein intensiveres. Er könnte genauso gut eine bissige Warnung an diese Zeitgenossen sein: Wer immer nur nach dem Motto „schneller, besser, mehr“ lebt, wird bald am Ende sein – erschöpft, ausgebrannt, fix und fertig. Dieser Satz provoziert zum Nachdenken und wirbt für ein bewusst verlangsamtes, ein „entschleunigtes“ Leben.

Einfach zurücklehnen und einmal eine Minute in sich gehen…

Orgel: Stück mit Clustern (1 Minute)

Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.

Also Entschleunigung wird da bei Markus empfohlen. Dasselbe Ziel hatte der amerikanische Avantgarde-Komponist John Cage (1912-1992) mit seinem Stück „Organ/ASLSP“. Das Stück erklingt seit dem Jahr 2000 in der St. Burchardi-Kirche in Halberstadt auf einer eigens dafür gebauten Orgel, und die Aufführung steht für die wird bis zum Jahr 2639 dauern. Beachtet bitte den Webtipp auf dem GD-Zettel, aber bitte schaut jetzt nicht auf euer Smart-Phone. Die Abkürzung „ASLSP“ steht für die englische Anweisung „as slow as possible“ – so langsam wie nur möglich. Cage verstand sein Projekt als Beitrag zur „Entdeckung der Langsamkeit“ in einer schnelllebigen Zeit. Gespielt wird die Orgel mithilfe kleiner Sandsäckchen, die man auf die Tasten legt, und die die einzelnen Töne dann monate- und jahrelang halten. Da braucht es natürlich einen genialen Orgelbauer und einen guten Draht zum Energieversorger des Vertrauens. Aber: Jeder Klangwechsel ist ein besonderes Ereignis und wird entsprechend festlich begangen. Mein Webtipp Nummer eins lautet heute: http://www.aslsp.org/de/

Um dem Prinzip der Beschleunigung entgegenzuwirken, das inzwischen fast alle Lebensbereiche beherrscht, hat der Wiener Professor Peter HEINTEL im Jahre 1990 den „Verein zur Verzögerung der Zeit“ gegründet. Mein zweiter Webipp: http://www.zeitverein.com/. Dieser Verein, der schon über 1000 Mitglieder zählt,  – ich bin noch nicht Mitglied – setzt sich für ein ruhigeres Leben ein und möchte den Menschen helfen, wieder Zeit für sich zu gewinnen und einem blinden Aktivismus zu entgehen.

Weniger spektakulär wie Cage und Heintel, aber ebenso eindringlich hat Jesus auf die Gefahr der Überarbeitung und der Hektik in seinem Jüngerkreis reagiert. „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus – so empfängt er die Apostel, die er ausgesandt hatte, und die jetzt müde und erschöpft zu ihm zurückkehren. Er lädt sie ein innezuhalten.

Orgel: Langer Halteton (1 Minute)

Innehalten – das meint zunächst einmal anhalten, verweilen, aussteigen; sich nicht mehr mitreißen lassen von Geschäften und Aufgaben, sondern eine Auszeit nehmen und zur Ruhe kommen. Jesus weiß, dass erst eine solche Unterbrechung wieder frei macht für neues Engagement und Kraft schenkt für die nächsten Schritte; dass eine Pause nötig ist, um zurückzuschauen und neue Ziele in den Blick zu nehmen.

Innehalten – in diesem Wort schwingt aber noch etwas anderes mit: einen Halt, einen inneren Halt bekommen. Wer sich nur von anderen antreiben und den Takt vorgeben lassen will, muss sich von Zeit zu Zeit vergewissern, was ihn letztlich trägt und hält; was ihm Orientierung und Sinn gibt aus welchen Quellen er lebt. Jesus weiß, wo und wie er inneren Halt finden kann. Deshalb sucht er immer wieder einen Rückzugsraum und geht an einen einsamen Ort, um zu beten.

Auch für Pfarrer*innen bietet z.B. die Hannoversche Landeskirche in Barsinghausen Auszeiten an; mein dritter Webtipp für heute: https://www.inspiratio-barsinghausen.de/ Die Kurse und das Haus seien meist ausgelastet – so lese ich auf der Webseite. Ehrlich gesagt: Ich habe mich heuer trotz allem auf meinen Urlaub gefreut. Es waren schöne, erholsame Tage. Leider schon vorbei, aber notwendig waren sie. Urlaub bei mir heißt: Ohne Handy, ohne Kalender, Nordseeküste und einige Tage Kärnten am Wörthersee.

Innehalten – anhalten und wieder inneren Halt bekommen: Die Sommerzeit wäre eine Chance. Noch haben auch Sie Zeit dafür.  John Cages Anweisung „ASLSP as slow as possible“ könnte uns durch diese Wochen begleiten. Mit unseren Familien und Freunden könnten wir im Urlaub unseren eigenen Verein zur Verzögerung der Zeit gründen. Und die Umkehrung des Anfangssatzes könnte zu unserem Motto werden: „Leben Sie langsamer, dann haben Sie länger was davon“. Vielleicht ist das ja ein Motto für den Beginn des neuen Schul- und Arbeitsjahres. Ich nehme mir das mal vor: „Leben Sie langsamer, dann haben Sie länger was davon.“ Amen.

Senior Pfarrer Mag. Carsten MARX

Senior Mag. Carsten Marx (Pfarrer von Großpetersdorf und Rechnitz)

15.07.2020 – Wir möbeln eine Küche auf

Noch ist es nur ein Haufen (geschenkter) Küchenmöbel – aber seit heute zumindest ein sauberer! Gertraud Hemmer, Christine Hödl, Erna Imre, Sigrid Joham und Ida Weber bildeten das Einsatzteam, das in insgesamt 20 Arbeitsstunden die Möbelteile blitzblank und somit montagebereit machte. Die Dan-Küche, ein gut erhaltenes Stück aus den Achtzigern, wird in der Küche der Organistenwohnung im Lehrerwohnhaus aufgestellt werden. So ganz nebenbei wurde auch gleich das Badezimmer auf Hochglanz gebracht. Herzliches Dankeschön!!!

Mit Doppelklick auf ein Bild können Sie dieses in voller Größe sehen:

16.08.2020 – Ökumenischer Gottesdienst mit Dechant Pfr. Norbert Filipitsch

Es war ein ganz besonderer Gottesdienst, den Pfarrerin Virág Magyar gemeinsam mit Dechant Norbert Filipitsch feierte – Ökumene in ihrer schönsten Form begeisterte die sehr zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in der Evangelischen Kirche von Neuhaus am Klausenbach. Besonders als Pfarrer Norbert auf der Kanzel das „Schema Jisrael“(„Höre, Israel“), das Glaubensbekenntnis der Juden und wichtigstes Gebet im Judentum, anstimmte und sich dazu auf der Gitarre begleitete, wurde wohl allen bewusst, wie sehr er uns in Hinkunft fehlen wird. Ein kurzer Bibliolog zur Bibelstelle der Predigt (Markus 12, Verse 28-34, vom Doppelgebot der Liebe) ließ noch einmal aufblitzen, was wir zu verschiedenen Anlässen bereits unter seiner Anleitung und Begleitung erleben durften. Das Vaterunser sang die Gemeinde mit Gitarrenbegleitung und danach wurde auf dem Kirchplatz vielfach die Gelegenheit genutzt, Pfr. Norbert zu danken und ihm alles Gute für sein seelsorgliches Wirken in seiner neuen Gemeinde, Pinkafeld, zu wünschen.

SCHMA JISRAEL

Gott ist einzig, darum sollst du ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft! Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen geschrieben stehen und du sollst sie deinen Kindern erzählen und davon, wenn du zuhause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden und sie sollen ein Merkzeichen auf deiner Stirn sein. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben. Gott ist einzig, darum sollst du ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft!

Doppelgebot der Liebe:

Jesus antwortete ganz nach jüdischer Tradition: Es gibt nur einen Gott, Jahwe, nur ihm sollen Juden dienen, damit es ihnen ihr ganzes Leben lang gut geht und sie leben können. Und Jesus ergänzt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“